Erfolgreiche Podiumsdiskussion „Frieden – wie soll das gehen“
Erfolgreiche Podiumsdiskussion „Frieden – wie soll das gehen“
Ein
Abend voller Denkanstöße
Am Abend des 26. September 2024
verwandelte sich das Foyer der Hugenottenhalle in ein gemütliches Wohnzimmer, in
dem etwa 80 interessierte Gäste aller Altersgruppen zusammenkamen, um einer
lebhaften Podiumsdiskussion zum Thema „Frieden – wie soll das gehen“
beizuwohnen. Die Veranstaltung, organisiert vom Westend-Verlag und den
Fachbereichen Kultur und Kultur- und Bildungszentrum, fand im Talk-Format statt
und bot den Gästen die Gelegenheit, sich tiefgehend mit komplexen
sicherheitspolitischen Themen auseinanderzusetzen.
Die Begrüßungsworte sprach
Christine Wagner, Stadtverordnetenvorsteherin, die in ihrer Ansprache die
Bedeutung eines offenen und konstruktiven Dialogs hervorhob. Wagner betonte, wie
wichtig es sei, in Zeiten globaler Krisen und wachsender Spannungen
internationale Lösungsansätze zu finden, um nicht nur Demokratie zu sichern,
sondern auch Kriege zu verhindern. Sie dankte den Veranstaltern sowie den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Podium, deren unterschiedliche Ansätze
eine facettenreiche Diskussion versprachen.
Die Moderation übernahm die erfahrene Journalistin und Filmemacherin Edith
Lange, die gekonnt durch den Abend führte. Lange, die unter anderem für die
renommierte ARD-Kultursendung „titel, thesen, temperamente“ arbeitete und als
Auslandskorrespondentin in Spanien und Nordafrika tätig war, schuf durch
gezielte Fragen eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Das Talk-Format, bei dem die
Rednerinnen und Redner sich in einer offenen Runde austauschten, ermöglichte dem
Publikum, sich in die Debatte einzufühlen und den Dialog hautnah mitzuerleben.
Auf dem Podium fanden sich hochkarätige Persönlichkeiten zusammen, die in ihren
jeweiligen Fachgebieten eine tiefe Expertise mitbrachten: Sevim Dağdelen,
Bundestagsabgeordnete und langjähriges Mitglied der Parlamentarischen
Versammlung der NATO, bot Einblicke in die sicherheitspolitischen Mechanismen
und Interessen, die hinter militärischen Einsätzen stehen. Sie stellte kritische
Fragen zur Rolle der NATO in aktuellen Konflikten und betonte die Notwendigkeit
einer friedensorientierten Außenpolitik. Thomas Carl Schwoerer, Verleger und
Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen, setzte sich leidenschaftlich für die Abschaffung von
Rüstungsexporten und Atomwaffen ein. Er warf die Frage auf, wie zivile
Alternativen zu militärischen Interventionen aussehen könnten und welche
politischen Rahmenbedingungen es bräuchte, um langfristig Frieden zu sichern.
Lorenz Hemicker, Chef vom Dienst der Online-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Experte für Sicherheits- und Verteidigungspolitik, brachte eine Perspektive ein, die auf die Notwendigkeit einer stabilen und starken Verteidigungspolitik zur Sicherung demokratischer Werte abzielte. Hemicker stellte die Frage, wie weit Abschreckung und militärische Stärke gehen sollten, um Frieden und Stabilität zu gewährleisten, ohne dabei in eine gefährliche Eskalation zu geraten. Schließlich ergänzte Mirko Kruppa, Diplomat und Referatsleiter für Inlandskommunikation und Bürgerdialog im Auswärtigen Amt, die Diskussion mit seinen umfassenden Erfahrungen in post-sowjetischen und sino-kulturellen Räumen. Kruppa hob die Bedeutung diplomatischer Lösungen und internationaler Zusammenarbeit hervor, insbesondere in Konfliktregionen wie der Ukraine und im Nahen Osten.
Die Diskussion entwickelte sich rasch zu einem intensiven Austausch unterschiedlicher Positionen, blieb jedoch stets von einem respektvollen Umgang geprägt. Trotz teils gegensätzlicher Meinungen lag der Fokus darauf, Lösungsansätze zu diskutieren und Denkanstöße für die Zukunft zu geben. So unterschiedlich die Perspektiven auch waren – von Forderungen nach einer friedensorientierten Außenpolitik bis hin zu Überlegungen zur militärischen Sicherung demokratischer Strukturen –, eines war allen Rednern und Rednerinnen gemeinsam: das tiefe Anliegen, Gewalt zu vermeiden und stabile, demokratische Gesellschaften zu fördern.
Die Resonanz des Publikums war durchweg positiv. Viele der rund 80 Anwesenden
schätzten besonders die Offenheit der Diskussion und den respektvollen Umgang
der Podiumsgäste miteinander. Mehrere Teilnehmer betonten, wie wertvoll es sei,
auch konträre Positionen zu hören, die eigene Meinung zu hinterfragen und neue
Denkanstöße mitzunehmen. So spiegelte die Veranstaltung nicht nur den breiten
Diskurs wider, der in unserer Gesellschaft zur Sicherheitspolitik geführt werden
muss, sondern sie ermöglichte auch, sich intensiv mit den vielschichtigen
Aspekten des Themas auseinanderzusetzen.
Ein besonderes Highlight der
Diskussion war die Frage nach der Rolle Deutschlands in internationalen
Konflikten. Während Dağdelen eine klare Abkehr von militärischen Interventionen
forderte, betonten Hemicker und Kruppa die Wichtigkeit einer ausgeglichenen
Politik, die sowohl Diplomatie als auch Verteidigungsmittel einbezieht. Thomas
Carl Schwoerer sprach sich dabei entschieden gegen jegliche Rüstungsexporte aus
und forderte mehr Engagement für den Frieden auf politischer Ebene.
Die gemütliche Atmosphäre im Foyer der Hugenottenhalle trug entscheidend zum Erfolg der Veranstaltung bei. Durch das intime Setting im Wohnzimmerstil fühlten sich die Gäste nicht nur als Zuschauer, sondern als Teil des Gesprächs, was zu einer offenen und intensiven Diskussion beitrug. In dieser angenehmen Umgebung wurde es den Teilnehmenden leichtgemacht, sich auf die Diskussion einzulassen und neue Perspektiven zu gewinnen.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und verdeutlichte, wie wichtig der Austausch über sicherheits- und friedenspolitische Fragen ist. Die Mischung aus fachlicher Expertise und persönlichem Engagement der Redner und Rednerinnen hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Anwesenden. Veranstalter und Publikum zeigten sich gleichermaßen zufrieden, und es bleibt zu hoffen, dass diese Form des Dialogs fortgesetzt wird, um auch in Zukunft Wege für Frieden und Demokratie aufzuzeigen.
Veranstalter: Westend-Verlag und
Magistrat der Stadt NI / Fb Kultur &
Kultur- und Bildungszentrum.
(Kulturbüro, Tel.: 06102 / 747-416)