22.05.2026 - Stellungnahme zum Offenen Brief vom 20.05.2026
Am 20. Mai haben einige Autorinnen und Autoren einen
offenen Brief verschickt, in dem sie schreiben, dass sie ihre publizistische
Heimat wegen einer „Neuausrichtung des Verlagsprogramms“ und vor allem wegen der
Veröffentlichung der Bücher von Ulf Poschardt sowie des Titels „Links – Deutsch
/ Deutsch – Links“ nicht mehr bei Westend sehen. Wir bedauern diese
Entscheidung, auch wenn die Veröffentlichungen einiger Autorinnen und Autoren
bereits viele Jahre zurückliegen beziehungsweise einige seit Langem sowieso eine
andere Verlagsheimat haben. Und wir betonen nachdrücklich, dass eine lebendige
Demokratie ohne jeden Zweifel vom Streit der Argumente lebt. Wir sind ein
Debattenverlag. Abweichende Positionen, die sich innerhalb des demokratischen
Rechtsrahmens bewegen, werden bei uns nicht diskreditiert, sondern als Beiträge
zu einer offenen Debatte ernst genommen. Gerade unterschiedliche, auch
gegensätzliche Ansätze helfen aus unserer Sicht, favorisierte Analysen zu
schärfen und weiterzuentwickeln.
Mit gerade auch in linken Kreisen hochgeschätzten
Autorinnen und Autoren von uns ringen wir daher auch sehr um Verwendung und
Bedeutung ebendieses Wortes „links“. Denn der Begriff „links“ wurde seit der
neoliberalen Revolution von oben, also spätestens seit den 90er Jahren, durch
eine sich selbstgerecht als „links“ deklarierende Pseudolinke, die sich mehr den
Mächtigen andient als sich für die Schwächsten und Schutzlosesten einer
Gesellschaft einsetzt, entleert und missbraucht. Der Begriff „links“ ist dadurch
im öffentlichen Diskurs weitgehend unbrauchbar geworden und erzeugt nur
gesellschaftliche Spaltungen. Wir haben ihn daher, und das ist uns sehr wichtig,
durch ganz konkrete inhaltliche Bestimmungen ersetzt. Auf unserer Webseite heißt
es nun weiterhin, allerdings etwas geschärft: „Im Zentrum unseres Programms
stehen Autorinnen und Autoren, die soziale Ungleichheit, Fragen von Frieden und
Krieg, demokratische Teilhabe und ökologische Krisen kritisch analysieren. Wir
verstehen uns ausdrücklich als Plattform für kritische, an sozialer
Gerechtigkeit und umfassender Teilhabe orientierten Perspektiven auf
gesellschaftliche Entwicklungen – ohne Anspruch auf ideologische
Geschlossenheit.“
Seit jeher pflegen wir mit unseren Autorinnen und Autoren
einen engen und diskursiven Austausch, deswegen stehen unsere Türen, wie jeder
weiß und in Anspruch nimmt und nahm, immer offen. Darauf haben wir auch die
Initiatoren des offenen Briefes, die bei uns ein- und ausgegangen sind, erneut
explizit hingewiesen.
Neu-Isenburg, 22.5.2026
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22.05.2026 - Stellungnahme zum Offenen Brief vom 20.05.2026
Am 20. Mai haben einige Autorinnen und Autoren einen offenen Brief verschickt, in dem sie schreiben, dass sie ihre publizistische Heimat wegen einer „Neuausrichtung des Verlagsprogramms“ und vor allem wegen der Veröffentlichung der Bücher von Ulf Poschardt sowie des Titels „Links – Deutsch / Deutsch – Links“ nicht mehr bei Westend sehen. Wir bedauern diese Entscheidung, auch wenn die Veröffentlichungen einiger Autorinnen und Autoren bereits viele Jahre zurückliegen beziehungsweise einige seit Langem sowieso eine andere Verlagsheimat haben. Und wir betonen nachdrücklich, dass eine lebendige Demokratie ohne jeden Zweifel vom Streit der Argumente lebt. Wir sind ein Debattenverlag. Abweichende Positionen, die sich innerhalb des demokratischen Rechtsrahmens bewegen, werden bei uns nicht diskreditiert, sondern als Beiträge zu einer offenen Debatte ernst genommen. Gerade unterschiedliche, auch gegensätzliche Ansätze helfen aus unserer Sicht, favorisierte Analysen zu schärfen und weiterzuentwickeln.
Mit gerade auch in linken Kreisen hochgeschätzten Autorinnen und Autoren von uns ringen wir daher auch sehr um Verwendung und Bedeutung ebendieses Wortes „links“. Denn der Begriff „links“ wurde seit der neoliberalen Revolution von oben, also spätestens seit den 90er Jahren, durch eine sich selbstgerecht als „links“ deklarierende Pseudolinke, die sich mehr den Mächtigen andient als sich für die Schwächsten und Schutzlosesten einer Gesellschaft einsetzt, entleert und missbraucht. Der Begriff „links“ ist dadurch im öffentlichen Diskurs weitgehend unbrauchbar geworden und erzeugt nur gesellschaftliche Spaltungen. Wir haben ihn daher, und das ist uns sehr wichtig, durch ganz konkrete inhaltliche Bestimmungen ersetzt. Auf unserer Webseite heißt es nun weiterhin, allerdings etwas geschärft: „Im Zentrum unseres Programms stehen Autorinnen und Autoren, die soziale Ungleichheit, Fragen von Frieden und Krieg, demokratische Teilhabe und ökologische Krisen kritisch analysieren. Wir verstehen uns ausdrücklich als Plattform für kritische, an sozialer Gerechtigkeit und umfassender Teilhabe orientierten Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen – ohne Anspruch auf ideologische Geschlossenheit.“
Seit jeher pflegen wir mit unseren Autorinnen und Autoren einen engen und diskursiven Austausch, deswegen stehen unsere Türen, wie jeder weiß und in Anspruch nimmt und nahm, immer offen. Darauf haben wir auch die Initiatoren des offenen Briefes, die bei uns ein- und ausgegangen sind, erneut explizit hingewiesen.
Neu-Isenburg, 22.5.2026